Cost-Average-Effekt

Das Risiko des falschen Timings zum Einstieg wird minimiert.

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Der Cost-Average-Effekt (dt. Durchschnittskosteneffekt) ist das Ergebnis eines Verfahrens bei dem man sich Börsenschwankungen zu nutze macht, um die Durchschnittskosten im besten Fall zu senken. Statt stur Einmalbeträge in einzelne ausgewählte Wertpapiere zu investieren, nimmt man regelmäßig den gleichen Betrag und investiert ihn in das gleiche Wertpapier oder ein Portfolio an Wertpapieren, meistens in Form eines ETF-Sparplans.

Das Cost-Average-Verfahren lässt sich heutzutage einfach und kostengünstig umsetzen. Die meisten Banken bieten Sparpläne auf unterschiedliche Fonds an. Der Anleger braucht sich um die regelmäßigen Käufe nicht selbst kümmern, sondern muss nur sicherstellen, dass genügend Geld auf seinem Konto ist.

Sparpläne sorgen für einen Cost-Average-Effekt

Bei dem Cost-Average-Verfahren (oder Sparplan) wird die Anlagesumme monatlich um einen bestimmten Betrag erhöht. Diese Methode ermöglicht dem Anleger zufriedenstellende Ergebnisse, weil es ihn in erster Linie daran hindert, zur falschen Zeit zu verkaufen. Beim Cost-Average-Verfahren investiert der Anleger jeden Monat den gleichen Betrag in ein oder mehrere Wertpapiere, zum Beispiel die Unternehmen des DAX. Verkauft wird nur, wenn man das Geld benötigt. Steigen die Kurse, kauft der Anleger weniger Wertpapiere. Fallen die Kurse, kauft er mehr Wertpapiere. Durch diese Methode wird das Markt-Timing ausgeschaltet und man bekommt die durchschnittliche Rendite der Wertpapiere oder des Marktes.

Beispiel: DAX-Sparplandreieck

Das Sparplandreieck für den DAX zeigt die Entwicklung einer monatlichen Anlage, bei der Anfang eines jeden Monats ein fester Betrag in den deutschen Leitindex investiert wird und am Ende der Haltedauer der vollständige Betrag verkauft wird.

Das Sparplandreieck ist wie das klassische Renditedreieck zu lesen, bei dem die vergangene Entwicklung einer Einmalanlage zum Kaufzeitpunkt (y-Achse) und Verkaufszeitpunkt (x-Achse) gezeigt wird. Die unterschiedlichen Farbentöne zeigen die Haltedauer in 5 Jahres-Intervallen an, wobei rote Felder für Verluste und grüne Felder für Gewinne stehen. Wenn der Sparplan nicht in einem Krisenjahr, wie 2002 oder 2008 verkauft wird, war ein zehnjähriger Sparplan in den DAX in den letzten 30 Jahren zu jedem Zeitpunkt positiv. Dies zeigt ebenfalls eindrücklich die Wertentwicklung von Aktien über einen langen Zeitraum.

Sparplandreieck

Hinweis: Die dargestellten Renditen und Grafiken stellen Entwicklungen der Vergangenheit dar. Vergangenheitsbezogene Daten sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Auch berücksichtigt die Darstellung keine Kosten, die beim Kauf und Verkauf entstehen. Der Autor und Inhaber spricht keine direkte oder indirekte Empfehlung für bestimmte Aktien oder andere Finanzinstrumente aus. Der Autor und Inhaber haftet nicht für Schäden, die durch den Erwerb oder die Veräußerung einer Aktie oder eines Finanzinstruments auf Grundlage dieser Informationen entstanden sind.

Vorteile des Cost-Average-Effektes

Die Vorteile dieser Methode liegen neben dem Ausschalten des Markt-Timings in der finanziellen Disziplin und dem Effekt, dass Verluste weniger schlimm aussehen. So hat der Cost-Average-Effekt eine psychologische Wirkung, da der Einstiegskurs der Aktien mit dem Markt steigt und fällt und es nicht direkt beim ersten Börsenkrach zu allzu großen Verlusten im Depot kommt. Verluste und Gewinne werden stetig verwässert.

Nachteil des Cost-Average-Effektes

Ein außergewöhnliches Ergebnis sollte man von der Methode jedoch nicht erwarten, da der Cost-Average-Effekt im Fall eines steigenden Marktes negativ wirkt. Wenn der Durchschnitt der einzelnen Kaufpunkte höher liegt, als der Kurs zum ersten Kaufzeitpunkt, wäre eine Einmalanlage, vorausgesetzt der Anleger ist psychisch dazu in der Lage die Wertpapiere durch einen Crash zu halten, dem Sparplan überlegen (s. Sparplan vs. Einmalanlage). Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass beim Sparplan das Risiko des falschen Einstiegszeitpunktes minimiert wird, während bei der Einmalanlage dieser einen großen Einfluss hat.

 

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